Bergvolk und Wat nahe Phayao

Ein Reisebericht von Winfried Sibert

Nach einem guten Frühstück ein Ausflug in die Berge zu einem Bergvolk und weiter zu dem Wat But Sala Kham (ob ich den Namen so richtig in unserer Sprache übertragen habe sei dahin gestellt).

Zunächst auf der Strasse 1 in Richtung Chiang Rai, so ca. 25 km, dann geht linkerhand eine kleine Strasse in die Berge Richtung Doi Luang National Park. Durch kleine Ansiedlungen hindurch, und so langsam stieg die Strasse an. Eine wunderbare tropische Landschaft beeindruckte wie schon zuvor alle Beteiligten. Ansiedlungen gab es nun nicht mehr, dafür Natur pur. Ein Wegweiser gab uns nach einigen Kilometern die Richtung an: geradeaus. Stetig ging es bergauf. Die Strasse wurde nun auch immer enger, Platz war nur noch für ein Auto. Bei dem Gedanken und der hier üblichen Fahrweise - das hatte ich noch nicht zu Ende gedacht, da kam auch schon das erste Moped mit vier Personen(!) um die Kurve geschossen.

Wie immer in Thailand, mitten auf der schmalen Strasse... puh, noch mal Glück gehabt. Auch als Fahrkundiger in Sachen Thailand war det nicht ohne. Hier ist ja immer der "reiche Farang" Schuld, selbst wenn der Thai total besoffen ist, keinen Führerschein hat, auch keine Versicherung, alles wurscht... Thailand ist anders. Na ja, wenn man hier unbedingt Auto fahren will oder Motorrad sollte man das schon wissen und sich ne Top-Versicherung zulegen, ansonsten gibt es Reissuppe und nen Hotelplatz für längere Zeit gratis. Muss man nicht unbedingt haben. Es gibt bessere Abenteuer in diesem schönen Land.

Ab sofort wird vor jeder nicht einsehbaren Kurve mehrmals gehupt... ob es hilft wird sich zeigen. Nun ging es aber so richtig steil bergauf, mindestens 20 bis 30% Steigung. Eine Serpentine folgte der nächsten und rechterhand der Abgrund... von wegen Linksverkehr. Das Foto mit dem Mittelstreifen täuscht dann doch über die Breite der Strasse, selbiges gilt für die Steigung, bin halt nicht der Profifotograf, wie Big-Helmut von unserem FARANG... nobody ist perfekt. Nun wollten alle, dass ich endlich mal anhalte, um die Landschaft in Ruhe zu betrachten, denn die hier von der Strasse gemachten Fotos habe ich während des Fahrens gemacht. War unter den Umständen auch nicht gerade einfach. So hofften wir, dass irgendwann mal eine Haltebucht kam. Was aber vorerst ein Wunsch zu scheinen blieb.

Als wir um die nächste Kurve kamen, mit vorherigem Hupen, kam uns ein Pick-up entgegen, und wie durch ein Wunder hielt er seitlich am Abgrund auf einer winzigen schmalen Haltebucht. Da haben wir dann nach einigem Hin- und Herrangieren einen Stopp eingelegt, und alle waren zufrieden.

Der Stopp: Hier ging es 50 Meter senkrecht in die Tiefe. Also, alle raus aus dem Auto, und schon hatten uns die tropischen Temperaturen wieder voll im Griff, so 35 Grad auf einer Höhe von ca. 1.500 Metern. Das besagte Dorf war auch nicht mehr so fern, und wir stellten fest, dass hier Lychee-Plantagen waren. Offensichtlich lebten die Einheimischen unter anderem davon. Es ging doch sehr steil bergab, und unsere Frauen hatten Angst und wollten so schnell wie es nur ging weiterfahren, am liebsten wäre es meiner Frau gewesen umzukehren. Das war ja nicht möglich, es gab nur eine Richtung: bergauf. Langsam erkannten wir das Ziel unserer Erkundung, das Dorf. Alle waren gespannt darauf, was uns dort erwarten würde.

Das Dorf in Sichtweite

Jetzt kommt etwas, was typisch für Farangs ist, es müssen Fotos gemacht werden, bzw. Videos. Ich erkläre es mal so auf meine Art. Also, wenn man Euch beim Frühstück oder beim Pinkeln oder Arbeiten im Garten fotografieren wollte bzw. ihr solltet in Pose für ein Foto herhalten evtl. noch in Unterhose - würdet Ihr das so ohne weiteres zulassen?

Also, erst einmal fragen und dann 100 oder 200 Baht anbieten, vielleicht geht dann was. Wir sind hier nicht im Zoo. So fuhren wir ein in das Dorf, und alle Dorfbewohner staunten nicht schlecht. Farang, Farang, riefen die Kinder, und fast alle zogen sich in ihre Häuser zurück. Genau, was ich vermutet hatte... hier war noch nie ein Farang vorbeigekommen.

Die Enttäuschung war insbesondere für Raoul groß, dachte er doch endlich ein paar Ureinwohner vor seine Videokamera zu bekommen. Ich habe dann diese Fotos gemacht, und so sind wir dann auch bald zu unserem nächsten Ziel, der Tempelanlage, aufgebrochen. Nun ging es steil abwärts, und all meine Fahrkünste waren mal wieder gefragt.

Alle anderen genossen die wunderbare Aussicht. Endlich war die normale Piste wieder in Sicht, und so kam auch ich in den Genuss dieser umwerfenden Landschaft. Eine Litschie Plantage, soweit das Auge reicht.

Die Tempelanlage

Da kamen auch so langsam wieder kleinere Ansiedlungen in Sicht, und schnell befanden wir uns auf der Strasse 1 in Richtung Chiang Rai. Noch ein paar Kilometer und wieder links abbiegen in Richtung Bergmassiv zur großen Tempelanlage. Was uns da erwarten sollte, stellte alles bisher Gesehene an Tempeln in den Schatten.

Zunächst ging es wie immer Kurve für Kurve bergauf bis zu einem großen Parkplatz, wo die üblichen Touristenabzocker warteten. Wie immer, mit einem verschmitzten Lächeln und Hoffen auf ein einträgliches Geschäft mit den Goldeseln. Schnell wurde aber klar - da geht nichts, obwohl sie alle auf unsere Frauen einredeten. Ich konnte und wollte meine Schnotterschauze auch nicht mehr halten, weil mir diese Art und Weise auf die Nerven geht, und so kamen dann auch ein paar nicht ganz dem Thaiverhalten angepasste Bemerkungen aus meiner Berliner Klappe, in Thai! Komisch, dachte ich, det verstehnse janz genau, und dann waren se weg, och hat keener mehr gelacht... doch, wir! Nun informierte ich mich ein wenig auf der Karte, denn es war ein riesiges Areal.

Zu Fuß, wie wir bisher alle Tempelanlagen besichtigt hatten, war das bei aller Liebe unmöglich. So schlossen wir einen Kompromiss. Mit dem Auto zu zentralen Punkten, dann zu Fuß, soweit die Füße tragen... und Winnys Lunge mitspielt. Mittlerweile war es 14 Uhr, die tropische Hitze, nun ca. 34 Grad, in der Höhe von 1.500 Metern, na, dann los, immer dem obigen Plan folgend. Es gab insgesamt drei große Tempel, auf drei Hügeln zu besichtigen und dazwischen noch mehrere kleinere. Alle waren miteinander verbunden, was den Reiz des Ganzen ausmachte.

Der Umfang der Tempelanlage mit all den Gebäuden und Buddhastatuen war enorm, und ich kann das Erlebte gar nicht in Worte fassen. So lasse ich die Bilder (ein paar wenige) sprechen und auch die können nicht das Gesehene wiedergeben, nur einen Einblick in die vielseitige und vielschichtige hier gebaute Tempelanlage geben.

Völlig erschöpft und vor allem beeindruckt machten wir uns dann auf den Rückweg nach Phayao. Wir hatten einen riesen Hunger und freuten uns auf die vertraute Seepromenade mit den Restaurants. Nur gut, dass es nicht so weit war wie die Tage zuvor, denn dann hätten unsere Thaifrauen gemurrt, so ganz ohne Essen... Na, liebe Leute, das kennt ja jeder von Euch, so er mit Thais zu tun hat. In Phayao angekommen kehrten wir auch sofort in das erstbeste Restaurant ein. Der Ausflug fand so sein gutes Ende.

Reise nach Phayao



Reise nach Phayao



Reise nach Phayao



Reise nach Phayao



Reise nach Phayao



Reise nach Phayao



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Reise nach Phayao



Reise nach Phayao



Reise nach Phayao



Reise nach Phayao



Reise nach Phayao



Reise nach Phayao


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